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Ein Tag der Offenen Tür im Tierheim
Oekoven
von frida | Düsseldorf |
Am Sonntag feierte das Tierheim Oekoven seinen jährlichen Tag der Offenen
Tür. frida berichtet.
*mit Fotostrecke*
Das Tierheim Oekoven gehört zur Gemeinde Rommerskirchen und ist für die Gemeinden
Grevenbroich, Jüchen, Kaarst, Korschenbroich, Meerbusch und Rommerskirchen zuständig.
Jedes Jahr nach den Sommerferien findet traditionell der Tag der Offenen Tür
statt. Darüber hinaus veranstaltet das Tierheim zusätzlich zweimal im Jahr
seinen beliebten Oster- und Weihnachtsbasar. Natürlich
alles nur, um für die anvertrauten Tiere zusätzlich Geld in die Kasse zu
spülen.
Hier der Link zu den Fotos:
http://www.rp-online.de/public/bildershow/opinio/58477
Tag der Offenen Tür im Tierheim Oekoven
Zwar meinte es der Wettergott gestern nicht allzu gut für das Tierheim Oekoven,
aber dennoch kam am Ende des Tages ein gutes Sümmchen zusammen. Geld, welches
vor allem für den dringend anstehenden Erweiterungsbau an das bereits vorhandene
Hundehaus benötigt wird.
Denn an einem Teil der alten Holzhäuser nagt schon ordentlich der Zahn der Zeit,
und wenn sie schon im Tierheim sitzen müssen, möchten es doch die Hunde trotzdem
trocken und warm haben. Zur Zeit sind über 30 Hunde im Tierheim untergebracht,
darunter eine Reihe von Langsitzern, die entweder zur falschen Rasse (Anlagehunde
wie Bull-oder Staffordshire-Terrier) gehören oder den Menschen zu alt
sind, obwohl gerade ältere Hunde die größten Schätzchen
sein können und es einfach verdient haben, ihren Lebensabend nicht im Tierheim
verbringen zu müssen.
Ein Tag der Offenen Tür ist natürlich nicht ohne den unermüdlichen
Einsatz der ehrenamtlichen Helfer ohne die im Tierschutz gar nichts geht und
an denen immer Mangel ist- zu denken und auf die Beine zu stellen. Es soll alles blitzsauber
sein, für Essen und Trinken muss gesorgt werden, Lose für die reich bestückte
Tombola wollen verkauft werden und natürlich auch (fast) alles, was der kleine,
aber gut ausgestattete Trödelmarkt zu bieten hat Das hat auch in diesem Jahr wieder
einmal wunderbar geklappt, und ich möchte an dieser Stelle herzlich den Ehrenamtlichen
(und natürlich auch den Festangestellten) für die geleistete Arbeit danken.
Gestärkt durch ein leckeres Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee schnappe ich
mir meine Kamera und breche zum Rundgang auf. Vorher aber erstmal in den Los-Eimer
gegriffen aber heute ist nicht mein Glückstag. Während an mir die
glücklichen Gewinner der schönen größeren Gewinne vorbeiziehen,
reicht es nach 4x 6 Lose ziehen gerade mal zu zwei Trostpreisen. Na ja, das sehen wir
heute nicht so eng, denn das Geld kommt ja den Tieren zugute. Die Sachpreise sind übrigens
allesamt Spenden, und natürlich ist auch das gesamte Essen in Eigenregie hausgemacht.
Pudel Robby mit seinem neuen Frauchen begegnet mir als erster auf meiner
Runde. Immerhin schon stolze 13 Jahre alt (die man ihm aber nicht anmerkt), wurde er
vor kurzem glücklich vermittelt. So frisch getrimmt, wird Robby von den Tierpflegerinnen
kaum wiedererkannt. Aber er kann sich noch an sie erinnern und freut sich, dass nicht
nur der Schwanz, sondern gleich der ganze Hund wackelt.
Neu für mich sind die Außenanlagen für das Kaninchenhaus. Obwohl schön
gestaltet, wagen sich nur wenige Kaninchen nach draußen. Uta Wegener, 1. Vorsitzende
des Tierschutzvereins für den Kreis Neuss e.V., erzählt mir, dass die Kaninchen
noch ein wenig skeptisch auf das Außengehege reagieren. Aber wenn es ein paar
vormachen, machen es die anderen sicherlich bald nach.
Die angrenzenden Katzenhäuser sind deutlich noch voller als sonst. Das Tierheim
beherbergt in seinen Katzenhäusern im Moment mehr als 100 Katzen, dazu ebenfalls
noch einmal über 100 Freigänger. Die sind im Moment jedoch kaum zu sehen,
da Katzen ja wie bekannt zu viel Betriebsamkeit nicht unbedingt mögen. Eine kleine
Grautigerin kommt ans Gitter, wir schmusen eine Weile miteinander. Nein, mein Mädchen
- ich habe doch schon zwei und kann Dich leider nicht bei mir aufnehmen.
Ein wenig schweren Herzens gehe ich nach innen und sehe mich mit einer Schwemme von
Katzenwelpen konfrontiert. Die Tierpflegerin berichtet, dass in der Quarantäne
noch mehr Katzenbabies sitzen. Das macht die Katzenvermittlung insgesamt zu einem mehr
als schwierigem Unterfangen. Dennoch: Ein Ehepaar mit Kind hat gerade einen schwarzen
Katzenwelpen auf dem Arm. Vielleicht der Beginn einer neuen Freundschaft…
Im Gegensatz zu den Katzen, die sich bei so vielen Menschen eher zurückziehen,
sind die Hunde bis auf wenige Ausnahmen mehr als präsent. Der herzkranke Bernhardiner
Joschi, der alte Malamute Mac oder der Langsitzer-Jackie Boris haben sich dazu entschlossen,
sich entweder zurückzuziehen oder den Tag zu verschlafen. Vielleicht weil sie
wissen, dass sich auch heute niemand für sie interessiert?
In einem Hundehaus ganz in die Ecke gedrückt entdecke ich Vampy, einen völlig
verunsicherten kleinen und älteren Spitz oder Spitzmischling. Vampy
genannt, weil ursprünglich die Eckzähne vampirähnlich hervorstanden.
Das wurde korrigiert, und jetzt hat Vampy eine ganz normale Hundeschnauze. Und wartet
dringend und sehnsüchtig auf ein neues Zuhause.
Mit jetzt übervollem Herzen (weil ich sie am liebsten alle mitnehmen
würde) hole ich mir ein Glas Kölsch. Es regnet gerade nicht, so dass ich
draußen stehen bleiben und ein wenig das Treiben vor dem Hauptgebäude beobachten
kann. Es sind wie immer viele Ehemalige mit ihren Frauchen und Herrchen
gekommen. Sie sind sicherlich erleichtert, nicht mehr in die Hundehäuser zurück
zu müssen. Auch wenn alle Tiere in unseren Tierheimen in der Regel gut versorgt
werden: Ein Tierheim-Leben kann immer nur die zweite Wahl sein.
Der Tag neigt sich langsam dem Ende entdecken. Seit mindestens acht Uhr morgens sind
alle Aktiven auf den Beinen, und es muss ja auch noch aufgeräumt werden. Die letzten
Besucher verlassen das Gelände, und die Freigänger-Katzen erobern sich gemächlich
ihr Terrain zurück. Auch bei den Hunden kehrt langsam wieder Ruhe ein.
Das finanzielle Ergebnis kann sich wie bereits erwähnt sehen lassen.
Und ich hoffe darüber hinaus, dass der eine oder andere Mensch sich für das
eine oder andere Tier erwärmen konnte und bald ein wenig Platz im Tierheim geschaffen
wird. Aber wie die Erfahrung lehrt, ist an Nachschub leider kein Mangel.
Ich möchte zum Abschluss noch einmal auf die Kontaktdaten des Tierheims Oekoven
hinweisen:
Tierheim Oekoven, Neurather Str. 1, 41569 Rommerskirchen, Tel. 02183 7592
Wer mehr über die hier genannten Tiere bzw. über die derzeit im Tierheim
lebenden Tiere wissen möchte, findet genauere Informationen auf der website des
Tierheims:
www.tierheim-oekoven.de
P.S. Wer sich für Farbratten/-mäuse, Meerlis, Exoten, Hühner, Pfauen
interessiert, kann auch im Tierheim fündig werden.
© frida 2010
Fotos: frida
mit Ausnahme von Vampy, Boris, Clea, Don, Khan, Wasseragame, Meerlis, Farbratte: diese
mit freundlicher Genehmigung des Tierheims Oekoven
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