Ende qualvoller Lebendtierexporte gefordert

Die aktuell veröffentlichen Daten zur Transportdauer bei Exporten landwirtschaftlich genutzter Tiere sind erschreckend. Die Tiere leiden während der endlosen Fahrten unter der unerträglichen Enge, Hitze oder Kälte. Auch die Anzahl der Transporte ist gestiegen. Deutschland und die EU müssen zum Schutz der Tiere dringend handeln.

Laut Auskunft des Deutschen Tierschutzbundes dauern Rindertransporte in die Türkei durchschnittlich 68 Stunden. Schweine müssen im Schnitt über 27 Stunden in den Transportfahrzeugen ausharren, bevor sie ihr Ziel in Serbien erreichen. Unser Dachverband bezieht sich dabei auf die aktuell veröffentlichen Daten zur Transportdauer bei Lebendtiertransporten. Doch nicht nur die lange Zeit ist für die Tiere eine Tortur, sie leiden ebenfalls unter der unerträglichen Enge in den LKW. Hitze oder Kälte, Durst und verletzungsbedingte Schmerzen machen ihnen zu schaffen.

Ende der Tierqual auf Rädern gefordert
Genau wie unser Dachverband fordern auch wir endlich ein Ende der qualvollen Tiertransporte. „Die Gesetzgebung lässt bei Tiertransporten noch immer zu viel Tierqual zu“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Die heute veröffentlichten Zahlen führen uns wieder einmal die erschreckende Wahrheit vor Augen. Die EU muss endlich handeln: Wir brauchen eine Begrenzung der Transportzeiten und bessere Bedingungen auf den Transporten mit strengeren, engmaschigeren Kontrollen und Sanktionen bei Verstößen. Statt immer mehr lebende Tiere den Strapazen des Transports auszusetzen, sollte es Ziel sein, langfristig nur noch Fleisch bzw. Zuchtmaterial zu transportieren.“ Allgemein sie die Anzahl der Tiertransporte in den letzten Jahren ebenfalls stark angestiegen, der Rindertransport in bestimmte Länder habe sich sogar verzehnfacht, so Schröder.

EU Verordnung zum Schutz der Tiere ist unzureichend
2007 ist die EU-Verordnung zum Schutz der Tiere beim Transport in Kraft getreten. Diese stellt jedoch zu wenige Bedingungen an den Transport: Eine Begrenzung der absoluten Transportdauer gibt es beispielsweise nicht. Zudem haben einige Mitgliedstaaten die EU-Verordnung mangelhaft in nationales Recht umgesetzt. So sieht die deutsche Tierschutztransportverordnung seit 2009 kein Bußgeld mehr vor, wenn Tiere beispielsweise mit offenen Wunden, Knochenbrüchen oder im fortgeschrittenen Trächtigkeitsstadium transportiert werden. Die Probleme sind bekannt, doch die über Jahre hinweg angekündigten Nachbesserungen wurden bis heute weder auf EU- noch auf Bundesebene umgesetzt.

Kampagne „Stop The Trucks“
Mit der gemeinsamen Kampagne „Stop The Trucks“, fordern der Deutsche Tierschutzbund und seine europäische Tierschutz-Dachorganisation, die Eurogroup for Animals, bessere Transportbedingungen für die Tiere. Mehr Informationen dazu: www.tierschutzbund.de/kampagne-tiertransporte

Foto Startseite: Deutscher Tierschutzbund e.V.