Tierschutzproblematik Känguru-Fleisch

    Känguru
    pixabay.com

    Mehr als 1,5 Millionen Kängurus werden jährlich in Australien bejagt. Damit belegen die Säugetiere den traurigen Platz 1: Kein anderes landlebendes Wildtier wird so oft getötet. Der Deutsche Tierschutzbund findet dies aus Tierschutzsicht höchst problematisch. Deshalb hat er nun an insgesamt 43 Unternehmen appelliert, ihre Känguruprodukte aus dem Angebot zu nehmen.

    Rat an die Verbraucher
    Leider stieß der Appell jedoch auf „taube Ohren“. „Viele der Unternehmen sind offenbar nicht bereit, selbst Verantwortung für die angebotenen Produkte zu übernehmen und verweisen lediglich auf die Nachfrage durch die Verbraucher“, sagt Anna Szczepanek vom Deutschen Tierschutzbund. „Wir raten daher den Verbrauchern – aber auch den Unternehmen – besser die Finger von Känguruprodukten zu lassen.“ Ein Unternehmen nahm sich der Kritik an und versprach, in Zukunft auf Kängurufleisch zu verzichten.

    Hohe Nachfrage
    Sowohl das Fleisch als auch das Leder der Kängurus findet in Deutschland großen Anklang. Unser Land ist drittgrößter Importeur weltweit. Das Fleisch wird als Steak angeboten oder in Haustierfutter verarbeitet. Auch das Leder ist beliebt und versteckt sich in Outdoor- und Motorradbekleidung sowie in Sportartikeln. Deutsche Supermarktketten wie bspw. Lidl oder Metro sowie die Sporthersteller Adidas und Puma vertreiben immer wieder Produkte mit Känguru-Fleisch bzw. Leder. Um der Nachfrage hinterherzukommen, werden jährlich Millionen Kängurus auf meist brutale Art getötet. Wissenschaftler und Tierschützer sind von der Schonungslosigkeit und Tötung der Tiere erschrocken. Sie befürchten die Auslöschung von Beständen, da Kängurus sich sehr langsam vermehren. Hinzu kommt, dass häufig Muttertiere abgeschossen werden, die sich dann nicht mehr um ihren Nachwuchs kümmern können. Die Kleinen haben dann jedoch keine Überlebenschance mehr und versterben einsam.

    Nicht empfehlenswert
    Zudem ist der Verzehr von Kängurufleisch sehr bedenklich. Die australischen Säugetiere sind nachtaktiv und werden somit im Dunkeln gejagt. Die Zerlegung findet entweder nachts statt oder erst am nächsten Tag. Aufgrund dessen liegt das Fleisch lange in der Hitze des Outbacks und Bakterien, wie bspw. Salmonellen, befallen das Fleisch. Um dieses wieder rein zu waschen, wird das Fleisch mit Milchsäure behandelt, was jedoch in der EU nur bei Rindfleisch durchgeführt wird und erlaubt ist.

    Der Deutsche Tierschutzbund, Wissenschaftler und Tierschützer weltweit hoffen, dass mehr Unternehmen vom Handel mit Känguru-Fleisch und Leder ablassen und die Bestände der sensiblen Säugetiere so nicht weiter bejagt werden und bedroht sind.

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