Keine Wildtiere im Zirkus

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    Die Haltungsansprüche wilder Tiere sind im Zirkus nicht zu erfüllen. Dennoch führen in Deutschland zahlreiche fahrende Zirkusunternehmen immer noch Wildtiere mit sich, unter ihnen der Circus Voyage. Ein bundesweites Wildtierverbot ist dringend gefordert.

    Wilde Tiere, wie Elefanten, Löwen oder Bären, stellen besonders hohe Ansprüche an ihre Haltung und Unterbringung, Ansprüche, die in einem fahrenden Zirkusunternehmen nicht erfüllt werden können. „Die ständigen Transporte, zu kleine Gehege, mangelnde Beschäftigung und tierschutzwidrige Dressur führen bei Wildtieren im Zirkus zu massiven Gesundheitsschäden und schweren Verhaltensstörungen“, erklärt James Brückner, Referent für Artenschutz bei unserem Dachverband, dem Deutschen Tierschutzbund.

    Belustigung auf Kosten der Tiere
    In Deutschland führen noch rund 50 Zirkusse wilde Tiere in ihrem Programm vor. Eines von Ihnen ist der Circus Voyage, der zurzeit mit u.a. vier afrikanische Elefanten, zwei Giraffen und einem Flusspferd umherreist. Gemeinsam mit unserem Dachverband appellieren wir an alle Bürgerinnen und Bürger, die Wildtierhaltung in Zirkussen nicht zu unterstützen und von einem Besuch dieser Veranstaltungen abzusehen. Zwar üben Wildtiere eine gewisse Faszination auf die Menschen aus. Im Zirkus jedoch, müssen die Tiere ausschließlich zur Belustigung des Publikums leiden – eine Art der Unterhaltung, die alles andere als zeitgemäß ist.

    Bestehende Vorschriften sind unzureichend
    Außer den allgemeinen Regelungen des Tierschutzgesetzes gibt es in Deutschland keine rechtlich verbindlichen Vorgaben für die Tierhaltung in Zirkusbetrieben. Die "Zirkusleitlinien", die im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums veröffentlicht wurden, konkretisieren zwar die Haltungsanforderungen für bestimmte Tierarten, sind aber nicht rechtsverbindlich. Selbst wenn sich ein Unternehmen an die Vorgaben der Zirkusleitlinien hält, bedeutet dies keine artgerechte Haltung, denn deren Vorgaben können die Bedürfnisse der Tiere nicht einmal ansatzweise sicherstellen. Darüber hinaus sind die Vorgaben verglichen mit anderen Haltungen, wie etwa in Zoos, erschreckend gering. Die geradezu winzigen Außengehege bieten in der Regel kaum Abwechslung oder artgemäße Beschäftigung. Das immer wieder herangezogene Argument, dass Wildtiere im Zirkus durch Dressur und Auftritte körperlich und geistig gefordert werden, hält einer wissenschaftlichen Betrachtung nicht stand. Bestimmte Tierarten wie Flusspferde oder Giraffen, wie sie auch der Circus Voyage mitführt, können zudem gar nicht für Kunststücke ausgebildet werden. Als reine Schautiere besteht ihre einzige Beschäftigung darin, die Manege zu umrunden oder auf ein Podest zu steigen. Den Rest der Lebenszeit verbringen die Tiere in den unzureichenden Zirkusgehegen oder im Transportwagen.

    Wildtiere sind keine Zirkustiere
    Im Rahmen seiner Kampagne „Wildtiere sind keine Zirkustiere“ fordert der Deutsche Tierschutzbund gemeinsam mit den Mitgliedsvereinen ein bundesweites Wildtierverbot in Zirkussen. Um die Tiere zu schützen, muss der Gesetzgeber endlich handeln!

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