Illegaler Welpenhandel grassiert weiter

Golden Retriever Welpe
pixabay.com

Wie eine kürzlich veröffentlichte Auswertung des Deutschen Tierschutzbundes zeigt, reißt der illegale Heimtierhandel nicht ab – im Gegenteil. Im Jahr 2017 war die Anzahl der registrierten Fälle doppelt so hoch wie in den Jahren zuvor.

Es sind Chihuahuas, Zwergspitze und American Staffordshire-Bullterrier, die auch 2017 ihren Weg nach Deutschland fanden. Hübsche kleine Rassehunde, die zwar niedlich aussehen und für einen günstigen Preis erworben werden können, die jedoch oft krank und verhaltensauffällig sind. Meist in Rumänien, Ungarn oder Bulgarien in sogenannten „Vermehrerzuchten“ gezüchtet, werden sie mit nur wenigen Wochen, in kleine Käfige gesteckt und mit Lastwagen oder Autos übereinander gestapelt nach Deutschland gebracht. Hier werden sie zu Spottpreisen über Portale wie z.B. „eBay Kleinanzeigen“ verkauft.

Krank und viel zu jung
Dehydriert, hungrig, krank und in einem allgemein sehr schlechten Gesundheitszustand kommen die kleinen Hunde nach einer langen Reise an. Sie leiden häufig an Parasiten und Durchfallerkrankungen, da sie weder geimpft noch entwurmt sind. Auch die frühe Trennung von ihren Müttern macht den Welpen zu schaffen. Mit gerade einmal acht Wochen oder jünger müssen sie ihr Muttertier verlassen – „normal“ ist eine Trennung im Alter von 12 Wochen. Die illegal importierten Welpen sind jedoch nicht nur selbst von den katastrophalen Bedingungen ihrer Herkunft betroffen. Auch Menschen, die im Kontakt mit den nicht geimpften Hunden stehen, können sich mit diversen Krankheiten anstecken.

Größte Herausforderung
Häufig werden die Transporter an der Grenze zu Bayern gestoppt – zum Glück für die Tiere! Wer weiß, wo sie sonst landen würden. Meist werden sie aufgrund eines Verstoß gegen das Tiergesundheitsgesetz beschlagnahmt. Eine der größten Herausforderungen des illegalen Heimtierhandelns ist dann die Unterbringung der Tiere. Allein 2017 mussten über 11.000 Hunde und Kleintiere, wie z.B. Ratten, Mäuse und Kaninchen aufgenommen werden. Alle waren dringend auf einen Platz in einem Tierheim angewiesen und mussten in den meisten Fällen aufwendig gesundheitlich und seelisch aufgepäppelt werden. Dabei kostet beispielsweise ein beschlagnahmter Welpe ein Tierheim rund dreimal so viel wie ein „normaler“ Fundhund. In den meisten Fällen bleiben sie auf den Kosten sitzen.

Bitte unterstützen Sie die grausamen Machenschaft des illegalen Welpenhandels nicht, indem sie über Internet-Portale Hunde und andere Tiere aus unbekannter Herkunft erwerben! Viele treue und tolle Tiere warten in deutschen Tierheimen auf ein Für-immer-Zuhause – geben Sie ihnen einen Chance!

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