Kleintiertransport gestoppt

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In Bayern wurde ein illegaler Tiertransport gestoppt. Darin befanden sich über 7000 Tiere, eng zusammengepfercht und ohne Futter und Wasser. Gefordert ist eine vollständige Aufarbeitung durch die Behörden.

Die Polizei hat in Bayern einen illegalen Tiertransport gestoppt. In dem aus Tschechien stammenden Transporter befanden sich neben Ratten, Mäusen, Kaninchen und Meerschweinchen auch geschützte Exoten. Insgesamt wurden mehr als 7000 Tiere beschlagnahmt.

Unterbringung in Tierheimen
Maßgeblich an der Rettungsaktion beteiligt war der Landesverband Bayern des Deutschen Tierschutzbundes, unseres Dachverbandes. Die Tiere wurden auf die umliegenden Tierheime in Bayern und in anderen Bundesländern verteilt, wobei die hohe Anzahl der Tiere die Kapazitäten der Unterbringungsmöglichkeiten übersteigen.

Kritik an Misständen
Wie auch unser Dachverband und der Landesverband Bayern, kritisieren wir die Missstände dieser Tiertransporte scharf. Die betroffenen Tiere sind oft völlig entkräftet oder krank, bei dem aktuellen Fall in Bayern kam für viele die Hilfe zu spät – sie waren bereits verstorben. Außerdem besteht die Forderung nach einer angemessenen Unterstützung für die Tierheime, die die beschlagnahmten Tiere aufnehmen und versorgen. „Die Tierheime sind schon mit den vielen Hundewelpen aus illegalen Transporten extrem beansprucht. Dieser tierschutzwidrige Transport sprengt alle Dimensionen“, so Thomas Schröder, Präsident unseres Dachverbandes. Er ist sich mit der zuständigen Landesvorsitzenden des Deutschen Tierschutzbundes in Bayern, Nicole Brühl, einig: „7.000 Tiere! Das muss ein Weckruf für die bayerische Landesregierung, aber auch für den für Tierschutz zuständigen Bundesminister sein und endlich Konsequenzen nach sich ziehen.“ „Die Versorgung der geschwächten und kranken Tiere aus illegalem Handel stellt unsere Tierheime immer wieder vor große Herausforderungen und verursacht enorme Kosten, auf denen sie häufig sitzen bleiben – so kann das nicht weitergehen“, ergänzt Schröder.

Tiere sollten als Futtertiere verkauft werden
Unser Dachverband geht davon aus, dass die Tiere in Belgien als Futtertiere verkauft werden sollten. Im Transporter waren sie in viel zu engen Kisten zusammengepfercht, ohne Futter und Wasser. Oft liegen bei der Haltung, dem Transport und der Tötung sogenannter Futtertiere tierschutzrelevante Zustände vor. Die Tiere werden ungerechterweise als Tiere zweiter Klasse gehalten, was nicht dem Grundgedanken des deutschen Tierschutzgesetzes entspricht, denn jedes Tier – auch Wirbellose – muss nach §2 des Tierschutzgesetzes der Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden.

Missstände müssen lückenlos aufgearbeitet werden
Auf dem Transport befanden sich ebenfalls Babymäuse und -ratten ohne ihre Mutter, obwohl sie noch nicht entwöhnt waren. Das ist unzulässig und bedeutet, dass der Transport nie in Tschechien hätte starten dürfen. Der Deutsche Tierschutzbund hofft auf eine lückenlose Aufarbeitung dieses illegalen Transportes seitens der Behörden - zum einen wegen der fehlenden Dokumente, vor allem aber wegen des Tierleids, das durch die Transportmissstände von den Händlern willentlich in Kauf genommen wurde.

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