Pelzkennzeichnung

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Die "Fur free Alliance" hat im europäischen Einzelhandel zur Kennzeichnung von Echtfell-Produkten recherchiert - mit erschreckendem Ergebnis: Viele Artikel sind falsch gekennzeichnet, Verbraucher werden bewußt getäuscht.

Auch in diesem Jahr hat die "Fur Free Alliance" (Anti-Pelz-Allianz) in verschiedenen europäischen Ländern Recherchen zur Kennzeichnung von Echtpelz-Produkten durchgeführt. Als Ergebnis wurde im Europaparlament ein brisanter Report vorgestellt: Die Kennzeichnung von Echtpelz wird laut EU-Textilkennzeichnungsverordnung für Textilprodukte in Europa nur sehr mangelhaft eingehalten. Ein Großteil der verkauften Pelzwaren ist nicht korrekt gekennzeichnet. Häufig werden auch echte Felle als Kunstfell deklariert. Die Anti-Pelz-Allianz ist eine internationale Koalition von 40 Tierschutzorganisationen. In Deutschland sind die Stiftung VIER PFOTEN sowie unser Dachverband - der Deutsche Tierschutzbund - Mitglied.

Verstöße vor allem bei Billigartikeln
Recherchiert wurde an insgesamt 667 Kleidungsstücken mit echtem Tierpelz. Das Ergebnis: In 68 Prozent der Fälle fehlte die erforderliche Kennzeichnung. In Deutschland waren 51 Prozent der Pelzwaren nicht korrekt gekennzeichnet. Schlusslicht ist Großbritannien mit 93 Prozent. In allen 10 EU-Staaten – Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Litauen, Österreich, Polen, Schweden, Tschechien – gab es klare Kennzeichnungsverstöße. Das Problem trat besonders im Billigpreissegment auf, speziell bei Echtpelzartikeln, die weniger als 50 Euro kosten.

Betrug am Verbraucher
Dr. Henriette Mackensen, Fachreferentin für Artenschutz bei unserem Dachverband, beklagt die Täuschung der Verbraucher: „Gerade bei billigen Kleidungsstücken vermuten Käufer fälschlicherweise, dass es sich nicht um echten Pelz handelt. Tatsächlich sind besonders im Billigpreissegment, sogar schon für 10 Euro, Produkte mit Echtfell im Handel, ohne dass Verbraucher sie als solche erkennen können. Das darf nicht sein und muss durch klare Kennzeichnungsregeln geändert werden.“ Thomas Pietsch, Wildtierexperte von VIER PFOTEN: „In ganz Europa kaufen Konsumenten Echtpelz, ohne es zu wissen. Das ist nicht nur ein Tierschutzproblem, sondern auch Betrug am Verbraucher. Echtpelz muss endlich transparent gekennzeichnet werden: mit dem Namen der Tierart, der geografischen Herkunft des Fells und dem Hinweis, ob es sich um Fallenfang oder Käfighaltung handelt.“

EU-Vorgaben sind ungenau
Die EU-Textilkennzeichnungsverordnung (1007/2011) verlangt, dass einige Artikel, die tierische Materialien enthalten, wie beispielsweise Echtpelz, Leder, Federn, Daunen und Knochen, den Wortlaut ‚Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs‘ tragen müssen. Einen eindeutigen Hinweis auf Echtpelz bei Pelzprodukten schreibt die Verordnung allerdings nicht vor. Wie die aktuelle Studie zeigt, sind viele Echtpelzprodukte nicht einmal mit der o.g. Formulierung versehen. Durch Bezeichnungen wie „100% Acryl“ werden die Konsumenten in die Irre geführt. Darüber hinaus darf – da die Verordnung nur Textilien umfasst – eine breite Palette von Produkten wie Schuhe, Handtaschen und Schlüsselbundzubehör, die echtes Tierfell enthalten, gänzlich ohne Kennzeichnung im Handel angeboten werden. Die „Fur Free Alliance“ fordert die EU-Kommission auf, eine transparente, verbraucherfreundliche Kennzeichnungspflicht von Echtpelzprodukten in der EU zu beschließen.

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