Tiertransporte in Drittländer

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Tiertransporte aus der EU in Drittländer finden oft unter schlimmen Bedingungen statt. Die Bundesregierung und alle EU-Staaten müssen dringend handeln, damit die Tierqual endlich ein Ende hat.

Nicht nur innerhalb der EU werden Tiere unter schlimmen Bedingungen transportiert - auch über die Grenzen der Union hinaus finden Tiertransporte statt. Die Transporte in die Drittländer dauern lange und die Tiere erleiden extreme Qualen, sowohl beim Transport, als auch bei der Verladung und der Schlachtung. Das zeigen neue erschreckende Bilder, die das ZDF in einem „37 Grad“-Beitrag veröffentlicht hat.

Tierleid wurde mehrfach dokumentiert
Der Deutsche Tierschutzbund hat sowohl die Bundesregierung als auch die EU-Staaten zum Handeln aufgefordert. Das Leid von Rindern, Schafen, aber auch Pferden und anderen Tieren in den Transporten hatte unser Dachverband in den letzten Jahren bereits mehrfach durch Recherchen belegt. „Innerhalb Deutschlands und den Innengrenzen Europas ist das Leid auf dem Asphalt und in Schlachthöfen schon massiv. Jenseits der EU-Außengrenzen werden die Tiere oft zu extremsten Bedingungen transportiert und geschlachtet. Das ist unethisch und grausam“, sagt Thomas Schröder, Präsident unseres Dachverbandes „Die derzeit geschäftsführende Bundesregierung muss ihren ganzen Einfluss auf EU-Ebene einsetzen, damit diese bisher offenbar politisch geduldete Tierqual ein Ende hat.“ Obwohl es ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs gibt, dass EU-Recht und damit Tierschutzvorgaben bis zum Bestimmungsort der Tiere einzuhalten sind, wird dies in der Praxis nicht umgesetzt. Die Tierschutzbestimmungen in den Zielländern sind dagegen oft unzureichend oder gar nicht vorhanden. „Es darf nicht sein, dass sich die EU-Länder immer nur bis zu ihrer eigenen Grenze für den Schutz der transportierten Tiere zuständig fühlen. Hier sind alle Mitgliedstaaten in der Verantwortung zu gewährleisten, dass die Tiere sicher am Zielort ankommen“, so Schröder.

Das Problem sind wirtschaftliche Gründe
Die Gründe für den Export lebender Tiere in Drittländer sind rein wirtschaftlich. So sind Milchkühe oft sehr stark auf eine möglichst hohe Milchleistung gezüchtet. Ihre weiblichen Nachkommen werden als Milchkühe genutzt, die männlichen Kälber haben dagegen kaum wirtschaftlichen Wert, da sie keine Milch geben können und auch kaum Fleisch ansetzen. Besonders diese Tiere werden – oft über mehrere Zwischenstationen – exportiert. „Ich setze darauf, dass deutsche Landwirte ihren Tieren unnötiges Leid ersparen möchten. Wirtschaftliche Gründe dürfen sie nicht dazu zwingen, ihre Tiere in ein ungewisses Schicksal zu schicken“, sagt Schröder und betont, dass es um System- und Strukturfragen geht, die dringend angegangen werden müssen.

Langfristige Lösungen zum Schutz der Tiere
Wir sind uns mit unserem Dachverband einig: Das Tierleid bei den Transporten muss endlich ein Ende haben! Eine langfristige Lösung ist die Rückkehr zu Zweinutzungsrassen. Auch regionale Strukturen bzw. der Transport von Fleisch anstelle lebender Tiere können der Tierqual auf lange Sicht ein Ende bereiten.

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