Viele Jungvögel werden zu schnell gerettet

Kleiner Vogel auf Wiese
pixabay.com

Häufig kommt es vor, dass in Gärten und Parks sowie Waldgebieten Jungvögel auf dem Boden zu finden sind. Wenn man sich als Mensch nähert, fliegen sie nicht weg sondern bleiben vermeintlich hilflos sitzen und bewegen sich nicht. Für viele Tierfreunde ein eindeutiges Zeichen: Der Vogel muss aus dem Nest gefallen sein! Dies kann auch gut möglich sein, doch es handelt sich nicht immer um einen Notfall, der menschliches Eingreifen erfordert. Ist der junge Vogel bereits befiedert und weist keine Verletzungen auf, muss er wahrscheinlich nicht gerettet werden.

„Gebrauchswanweisung“ Jungvogel
Anders sieht das bei noch nackten Vögelchen aus. Diese müssen wieder zurück ins Nest, damit sie eine Überlebenschance habe. James Brückner, Leiter des Artenschutzreferats beim Deutschen Tierschutzbund, erklärt dazu: „Sehr junge Vögel, die kaum oder gar keine Federn haben und hilflos am Boden liegen, sind meist aus dem elterlichen Nest gefallen. Um sie dorthin zurückzusetzen darf man die Tiere auch berühren – die Altvögel stören sich nicht am menschlichen Geruch!“. Wenn ein kleiner Vogel zwar befiedert ist, jedoch eine eindeutige Verletzung aufweist, sollte der Mensch eingreifen. Dazu sollte ein großer Pappkarton, der mit einem Handtuch ausgelegt ist, vorbereitet werden. In diesen kann der Vogel dann vorsichtig gesetzt werden. Da die Tiere häufig unterkühlt sind, sollten sie an einem etwas wärmeren Ort, wie z.B. ins Haus gestellt werden. Futter sollte dem Kleinen erstmal nicht angeboten werden, Wasser hingegen kann sehr wichtig für die Gesundheit sein. Zunächst eine kleine Schale mit Wasser aufstellen und schauen, ob sich der Vogel selbst bedient. Falls nicht, ganz vorsichtig mit einem Finger einen Tropfen aufnehmen und an den Schnabel halten. Aus Erstickungsgründen sollte keinesfalls eine Pipette benutzt werden! Nachdem die ersten Vorkehrungen getroffen wurden, sollte schnellstmöglich ein Tierarzt aufgesucht werden, der sich dem kleinen Vogel annimmt und ihn fachkundig untersucht.

Eingreifen bei Nestflüchtern nicht nötig!
Viele wissen gar nicht, dass es Vögel gibt, die sogenannte Nestflüchter sind. Dies sind z.B. Enten, Gänse oder Schwäne. Diese Arten kommen bereits mit einem dichten Daunengefieder zur Welt und verlassen das elterliche Nest bereits nach ein bis zwei Tagen. Dann gibt es auch noch „Ästlinge“. Dazu gehören z.B. Amseln, Meisen, Drosseln und Finken. Sie verlassen das Nest bereits, wenn sie noch nicht flugfähig sind, positionieren sich auf Ästen und harren dort aus. Ihre Eltern füttern sie dort weiter. Ein Eingreifen ist also nicht nötig!

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