Kleine Vögel werden flügge

Kerstin Schalow/ pixelio.de

Wenn der Sommer naht, ist es wieder soweit - unser heimischer Vogelnachwuchs wird flügge! Häufig trifft man die noch winzigen Piepmätze jetzt mutterseelenallein in der Natur an. Doch keine Sorge: Nicht alle Vogelkinder brauchen menschliche Hilfe.

Bei jungen Vöglen unterscheidet man zwischen den so genannten Nestflüchtern und den Nesthockern. Zu den Nestflüchtern zählen z.B. Enten, Gänse und Schwäne. Die Kleinen verlassen ihr Nest bevor sie fliegen können, stehen aber trotzdem noch mit ihren Eltern in Verbindung und werden gefüttert. In der Regel bleiben die Jungtiere nicht zusammen, sondern verteilen sich über eine größere Fläche. So können natürliche Feinde nur einzelne Tiere entdecken und nicht die gesamte Brut.

Nesthocker…
sind ältere Jungtiere, die noch flugunfähig sind. Als so genannte Ästlinge sitzen sie auf einem Ast oder an einem anderen geschützten Ort und werden dort von ihren Eltern versorgt. Zu den Nesthockern zählen die meisten heimischen Singvogelarten, wie Finken, Meisen und Drosseln sowie auch Rabenvögel, Segler, Eulen und Greifvögel.
 
Menschliche Hilfe wird nur selten benötigt
Wer einen jungen Vogel findet, sollte ihn am besten ganz in Ruhe lassen. Ist ein Tier in Gefahr weil es z.B. an einer stark befahrenen Straße sitzt, sollte man es an einen möglichst nahe gelegenen und geschützten Ort bringen. De Gefahr, dass die Elterntiere ihre Jungen nach dem Umsetzen nicht mehr annehmen, besteht nicht. Denn anders wie viele Säugetiere haben Vögel einen schlechten Geruchssinn und stören sich nicht an menschlichem Geruch.
 
Unsere Hilfe brauchen lediglich Jungvögel von "Nesthockern", die tatsächlich noch ins Nest gehören. Hilflos, nackt und ohne schützendes Federkleid haben sie z.B. kurz nach dem Schlüpfen kaum eine Überlebenschance. Wer Jungvögel mit nach Hause nimmt, sollte sich bei einem Experten Rat holen, denn die Aufzucht ist schwierig und scheitert oft schon an der Kenntnis über die richtige Nahrung. Auch verlangen Jungvögel die volle zeitliche Aufmerksamkeit der Pflegeeltern. Junge Kohlmeisen, Buchfinken oder Amseln etwa, müssen alle 10 bis 15 Minuten gefüttert werden.

Generell dürfen Jungvögel nach dem Bundesnaturschutzgesetz nur der Natur entnommen werden wenn sie verletzt, krank oder tatsächlich hilflos sind. Sobald sie wieder alleine in ihrer natürlichen Umgebung überleben können, sind sie schnellstmöglich wieder frei zu lassen.

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