Zoonosen vermeiden

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Hand auf’s Herz: Schläft Ihr Vierbeiner bei Ihnen im Bett?

Von Dr. med. vet Charlotte Kolodzey

Wenn Hund oder Katze mit im Bett schlafen ist das nicht ganz ungefährlich. Bestimmte Krankheiten können sich vom Tier auf den Mensch übertragen. Mit der richtigen Gesundheitsvorsorge für Bello & Mieze können Tierbesitzer vorbeugen.

Egal ob ihr Vierbeiner nun mit im Bett schläft oder nicht. Das Thema bewegt. Denn unsere Hunde und Katzen stehen uns nah. Sie sind echte Familienmitglieder. Leider teilen sie noch viel mehr mit uns: nämlich winzige Plagegeister in Form von Keimen und Parasiten.

Zoonosen sind keine Tierparks
Erkrankungen, die von Tieren auf Menschen und andersherum von Menschen auf Tiere übertragen werden können, werden Zoonosen genannt. Sollte Ihr Tierarzt beim nächsten Besuch von einer Zoonose sprechen, wissen Sie nun, dass keine Giraffen und Elefanten gemeint sind. Vielmehr handelt es sich um Erreger oder Parasiten, die potentiell auch für Sie und Ihre Familie gefährlich werden können. Die Liste möglicher Zoonosen ist lang, und wer sich eine Runde schaurig gruseln möchte, der gebe bei Wikipedia „Zoonose” ein. Um nur einige wenige Vertreter zu nennen: Tollwut, Salmonellen, Streptokokken, Staphylokokken, Hautpilze, Bandwürmer, Milben. Dies sind alles gefährlich klingende Namen. Aber auch der gemeine Schnupfen ist eine Zoonose und kann übertragen werden. Viele Tierhalter kennen das aus eigener Erfahrung: Die ganze Familie hat sich einen dicken Schnupfen eingefangen, und am Ende hustet auch der Hund. Zeit, auch einmal etwas „Abstand zu halten“.

Gefahr für Kinder und Senioren
Viele Zoonosen sind leider nicht ganz ungefährlich. Besonders gefährdet sind Kinder, Senioren, Schwangere und Immunsupprimierte. Zusammengefasst werden diese Gruppen in der Wissenschaft auch als YOPIs bezeichnet. Bei YOPIs ist das Immunsystem nicht ausreichend in der Lage, mögliche Angreifer abzuwehren. Eine Ansteckung ist also deutlich wahrscheinlicher als bei einem durchschnittlich gesunden Erwachsenen. Alle Eltern kennen das Phänomen, dass Kinder sich leicht anstecken und jede Erkrankung mitnehmen. Auch der Krankheitsverlauf kann heftiger ausfallen, da das Immunsystem noch wenig ausgebildet oder geschwächt ist. Hinzu kommt, dass Therapien oder Medikamente für diese Gruppen entweder nicht existieren (Kinder) oder mit Nebenwirkungen behaftet sind (Schwangere). Wünschenswert wäre es, wenn vor allem YOPIs weniger mit gefährlichen Erregern oder Parasiten in Kontakt kämen. Hier ist eine wirksame Prophylaxe sinnvoll. Beim eigenen Tier sollte daher beurteilt werden, wie viel Kontakt dieses mit Menschen allgemein und speziell mit YOPIs hat.
Von einem Hofhund, der draußen schläft, geht nur ein geringes Risiko einer Infektion aus. Eine Katze mit Familienanschluss hingegen, die täglich Mäuse fängt, sollte entweder nicht im Kinderbett schlafen oder regelmäßig entwurmt werden. Denn Mäuse übertragen Würmer. Auch bei Therapiehunden, die viel Kontakt mit chronisch kranken Menschen haben, sollten prophylaktische Maßnahmen zum Schutz der Zweibeiner getroffen werden.

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Was Sie tun können
Der beste Schutz für Sie und Ihre Familie besteht darin, die Gesundheit des Vierbeiners zu stärken. Denn solange Hund und Katze keine Erreger in sich tragen, können sie auch keine Menschen anstecken. Impfungen schützen nicht nur Ihr Tier, sondern auch Menschen. Tollwutimpfungen verhindern eine Verbreitung dieser auch für den Menschen tödlichen Krankheit. Wussten Sie, dass der Fuchsbandwurm für den Menschen tödlich ist? Aber auch die weniger gefährlichen Wurmarten können unangenehm sein. Regelmäßige Entwurmungen oder Kotuntersuchungen helfen Ihrem Vierbeiner und Ihrer Familie, gesund zu bleiben. Seriöse und unabhängige Informationen über Parasiten unserer Haustiere liefert die Expertenorganisation ESCCAP. Auf www.hund-katze-wuermer.de errechnet Ihnen ein kostenloser Test, wie häufig Sie Ihren Hund oder Ihre Katze entwurmen oder Kotuntersuchungen durchführen sollten. Das individuelle Risiko einer Ansteckung und der Kontakt mit gefährdeten Menschen wird hier berücksichtigt.

Tipp für alle BARFer
Das Füttern von rohem Fleisch wird immer beliebter. Leider können dabei Würmer übertragen werden. Ein einfacher Trick hilft, dieses Risiko zu minimieren: Frieren Sie das Frischfleisch vor dem Verfüttern ausreichend tief und lange ein; mindestens 1 Woche bei -17°C bis -20°C. Bei diesen Temperaturen werden die lästigen Parasiten abgetötet. Zur Kontrolle können Sie ein Thermometer in den Gefrierschrank legen. Wenn Sie das Fleisch bereits tiefgefroren einkaufen, fragen Sie beim Hersteller nach, für wie lange er dies bei welchen Temperaturen lagert. Sie kaufen das Fleisch frisch und Sie wollen es auch frisch verfüttern? Natürlich kriegt kein Tier von jeder Rohfleischfütterung Würmer. Aber es ist möglich und kommt leider immer wieder vor.
Ist die Haut verändert
Sollten Sie Hautveränderungen bei Ihrem Tier feststellen, lassen Sie diese von Ihrem Tierarzt untersuchen. Zum einen bedeuten Hautentzündungen oder permanenter Juckreiz Leiden für unsere Haustiere, zum anderen kann es sich um ansteckende Erkrankungen handeln. Viele Hautpilze sind für den Menschen hoch ansteckend. Aber auch Milben, wie die Krätze verursachende Sarcoptesmilbe, können auf den Menschen übertragen werden. Hat der Vierbeiner Flöhe, kann auch der Mensch gestochen werden. Dies ist vor allem für Allergiker sehr unangenehm, da sich die Stiche stark entzünden können.
Übrigens... unser Kater schläft mit im Bett. Alles andere wäre auch undenkbar.

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